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Phantomschmerzen bei Katzen

Vmed-Infos: 06/02/2022 - 17:44:44 durch

Vmed-Infos Gibt es Phantomschmerzen bei Katzen? 🐱
Manchmal muss ein Tierbesitzer schwierige Entscheidungen treffen. Eine davon ist, ob - meist nach Unfall - ein Körperteil entfernt werden sollte. Viele Leute tun sich schwer mit dem Gedanken, dem Tierchen z.B. ein Bein zu "nehmen". Wie kommt meine Katze damit zurecht? Kann ich sie 3beinig wieder nach draussen lassen? Hat sie Schmerzen? Kann ich den Stumpf anfassen? Es gibt viele Fragen, die man sich stellt und zumindest eine Sache kann man sicher sagen: Die allermeisten Tiere kommen viel besser mit 3 Beinen zurecht, als wir Menschen mit nur Einem. Nach einiger Zeit fällt es oft gar nicht auf, dass die Miez 3beinig ist - sie rennt und springt ganz normal wie jedes andere Tierchen auch.
Besonders wichtig ist nach der Amputation natürlich die Versorgung mit Medikamenten, auch und besonders, um dem Tier Schmerzen zu ersparen. Komplikationen sind selten, trotzdem sollte man sich auch hierüber von seinem Tierarzt informieren lassen. Komplikationen können von Blutungen bis zu (schweren) Infektionen reichen und sollten unbedingt ernst genommen werden!
Auch die Hilfe eines Tierheilpraktikers, Tierpsychologen oder Tierphysiotherapeuten ist oft überaus hilfreich und sollte nicht unterschätzt werden 😉  
Zudem sollte man natürlich darauf achten, dass das Tier nicht übergewichtig ist/wird und auch muss man evtl. kleinere Veränderungen z.B. an Treppen vornehmen, um diese sicherer zu machen, weil die Katze mit 3 Beinen gern mal auf den Fliesen ausrutscht - als Beispiel. Mit Geduld und etwas Einfühlungsvermögen ist das aber sicherlich machbar.
Auch muss man zunächst bei Katzen z.B. auf einen niedrigen Einstieg am Katzenklo, Stufen zur Couch/Bett oder ähnlichem achten, kann das nach erfolgreichem Muskelaufbau meist auch wieder entfernt werden. Nicht immer, es ist natürlich abhängig vom Alter/Erkrankungen/Umgebung/Charakter usw. - hier muss man einfach auf sein Tierchen eingehen.
Bis 2006 gab es im Bereich der Tiermedizin noch keinen Artikel zum Thema Phantomschmerzen bei Hund/Katze - zumindest konnten wir keinen finden. Mittlerweile weiß man, dass auch unsere Tiere Phantomschmerzen haben können. 2 Studien konnten wir finden, die sich damit befasst haben.
Das Phänomen wird als selten eingestuft, kommt aber vor.
Hinweise darauf können sein:
- Belecken oder Benagen des Stumpfes/des Fells in der Nähe der amputierten Gliedmaße
- Das Fell "zuckt" im betroffenen Bereich
- Katze "jagt" nach dem amputierten Schwanz oder schlägt nach dem amputierten Bein, versucht sich mit dem amputierten Bein zu kratzen, springt, als wäre das amputierte Bein noch da und stürzt dann
- Lautäußerungen (unterschiedlich je nach Tier, von winseln, über schreien oder lautem Dauer-Maunzen kann alles dabei sein)
- Unsauberkeit (sowohl Ausscheidungen, als auch fehlendes Putzverhalten)
- schnurrt nicht mehr
- Geringerer Appetit/Übermäßiger Appetit
- Unruhe bis Aggression oder Ängstlichkeit - völlig anderes Verhalten als vorher
- Schmerzun-, oder -überempfindlich im betroffenen Bereich/drumherum
- Duldet keine Berührungen in der Nähe des betroffenen Bereichs
Es gibt sicher noch andere Auffälligkeiten und leider sind sie nicht unbedingt extrem speziell, sodass man sofort auf Phantomschmerzen schließen könnte.
Jedes Tier reagiert anders und wo einige Katzen z.B. überhaupt kein Problem mit der Amputation haben, sind Andere (ob nun durch die OP oder das erlebte Trauma) unsicher, ängstlich oder gar aggressiv. Manche werden richtiggehend depressiv und tun sich schwer mit dem Verlust (nicht immer hat das mit Phantomschmerzen zu tun, eine enge Zusammenarbeit mit Tierarzt und auch Tierheilpraktiker/Tierphysiotherapeut und/oder Tierpsychologe kann hier sehr hilfreich sein!).
Beim Menschen heißt es, dass ein nachhaltiger Effekt bei medikamentösen Verfahren bislang nicht bewiesen ist (korrigiert uns gerne, wenn das nicht mehr korrekt ist!). Beim Tier stecken wir mit der Problematik wohl noch in den "Kinderschuhen" und wir können jetzt noch nichts dazu sagen und konnten auch keine Aussagen finden, ob medikamentöse Therapien allein wirkungsvoll gegen Phantomschmerzen beim Tier helfen.
Evtl. wäre es auch interessant zu wissen, ob eine Kombination aus medikamentöser Therapie und z.B. der Spiegeltherapie/Reizstromtherapie o.ä. - wie sie beim Menschen angewandt werden, dem Tier auch helfen oder ob es eher das Gegenteil bewirkt. Auch elektromagnetische Strahlung soll ein wesentlicher Grund für Phantomschmerzen beim Menschen sein und mit dem sog. Umbrellan-Gestrick (quasi ein Kompressionsstrumpf, der am Stumpf getragen wird) sollen die Schmerzen verringert bis komplett aufgehoben werden. Interessant wäre hier auch, ob ein umnähen des Gewebes und eine Anwendung bei Hunden (bei Katzen vielleicht, je nach Charakter) möglich ist und helfen würde? Vielleicht auch nicht dauerhaft und nur zeitweise?
Hier müssten betroffene Tierbesitzer vielleicht mal beim Hersteller direkt nachfragen.
Leider gibt es nicht DAS Mittel um Tieren mit Phantomschmerzen zu helfen, aber letztlich wird dem Besitzer sicherlich die wichtigste Rolle zuteil: Er wird seinem Tierchen helfen, auf es eingehen und die optimale Therapie finden müssen. Stufen bauen oder mal hochhelfen, vielleicht sogar putzen, zum Spielen auffordern, ablenken, aufmuntern, lieben, bekuscheln und Hilfe bei Spezialisten suchen, um seinem Tier die Schmerzen zu erleichtern oder zu nehmen.
‼️Wer selbst Erfahrungen mit Phantomschmerzen beim Tier gemacht hat, darf sein Wissen natürlich gerne mit uns teilen!‼️
Quellen:

https://icatcare.org/advice/amputee-cats/

https://www.sanitaetshaus-marlow.de/leistungen

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S155878782200003X

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26011696/

http://spiegeltherapie.com/wp-content/uploads/2018/09/Praxisleitfaden_Spiegeltherapie_Pantomschmerz.pdf?fbclid=IwAR0sBshFY7F5q8z6-iFkm9eAVS12ggwfhQjab8KcmHZ3WriS_HPow4VUd3I

https://www.innovations-report.de/fachgebiete/studien-analysen/bericht-100969/?fbclid=IwAR1X78hDSCN_K7EoKEmDMA3MyEFYciGnQeUPeqhNMd-Mo9KcDso4zVyreXc


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