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Vergiftungen bei Hund und Katze - Zimmerpflanzen
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Vergiftungen bei Hund und Katze - Zimmerpflanzen

Tiernotdienst: 27/12/2013 - 13:47:15 durch

Tiernotdienst So manch übermütiger Junghund beisst beim Herumtollen im Garten schon einmal in die Tulpe oder schnuppert am Efeu – zwar wissen Tiere meist instinktiv, was für sie schädlich ist, darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Vergiftungen können die Folge sein.

In unserem Teil 1 haben wir bereits erklärt, woran man Vergiftungen im Allgemeinen erkennt und was man beachten sollte. Wir empfehlen euch, zumindest diesen Abschnitt noch einmal durchzulesen.

Bei unserem Teil 2 geht es vor allem um die allerwichtigsten Zimmerpflanzen, welche Hund und Katze gefährlich werden können, teils konnten wir auch für Kaninchen giftige Pflanzen bzw. deren Dosis finden.
Eine genaue Dosis ist meist unbekannt, hier wird also von einer generellen Gefährlichkeit ausgegangen.

1. Alpenveilchen
Enthält Saponine und vor allem Cyclamin, welche Störungen des Zentralen Nervensystems (ZNS), Kreislaufstörungen, Durchfall, Erbrechen oder bei Hautkontak Schwellungen und Rötungen hervorruft.

2. Aloe
Durch die enthaltenen Aloine wirkt die Einnahme dieser Pflanze stark abführend, teils mit blutigem Durchfall, auch Polyurie (krankhaft starker Harnabsatz) kann auftreten.

3. Amaryllis
Stark giftig durch Wirkstoffe wie Tazzettin und Lycorin. Kann bei Kontakt eine Dermatitis auslösen, teils mit Pusteln, starker Hautrötung (Erythem), außerdem Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Zittern der Gliedmaßen, Herzrythmusstörungen, Kreislaufversagen.

4. Anemone (weißes Windröschen)
Der Stoff Protoanemonin sorgt für eine Reizung der Schleimhäute und kann die Nieren schädigen. Die Stoffe Anemonin und Protoanemonin führen aber zu starker Erregung und im späteren Stadium zu Lähmungen des ZNS.
Beim Hund wird die Dosis mit 20mg pro kg Körpergewicht angegeben.
Anzeichen sind z.B. Erbrechen, Krämpfe, blutiger Durchfall, blutiger Urin bis hin zum Tod durch Kreislaufversagen und Atemstillstand.

5. Aronstab (Eselsohr, gefleckter Aronstab - der italienische Aronstab ist ebenfalls giftig)
Die enthaltenen Calciumoxalat-Kristalle sind nadelförmig, beisst das Tier in eine Pflanze, öffnen sich sogenannte Idioblasten (Schusszellen oder Schiesszellen), welche die Kristalle wie kleine Geschosse in die Haut und Schleimhäute katapultieren.
Die Folge sind starkes Brennen, Erbrechen, Rötungen, Dysphagie (Schluckstörung), vermehrter Speichelfluss oder auch Durchfall und starke Bauchschmerzen. Ebenfalls können schwere Herzrythmusstörungen, Nierenversagen oder auch Entzündungen im Gehirn auftreten.

Die Dosis beim Hund beläuft sich auf ca. 0,7ml Pflanzensaft pro kg Körpergewicht.
Die Pflanze ist auch für den Menschen giftig, weil sie oft mit Bärlauch verwechselt wird.

6. Begonie
Die Begonie gilt je nach Art als gar nicht bis schwach giftig, als beliebte Pflanze ist sie hier aber trotzdem aufgeführt.
Auftreten können Durchfall, blutiger Durchfall und Erbrechen. Sogenannte Raphide dringen in die Schleimhäute ein und führen zu starkem Brennen und Schwellungen. Schwerer Kalziummangel und Nierenschädigungen können bei großen Mengen durch Oxalsäure und eine Kristallbildung in den Nieren ausgelöst werden.

7. Birkenfeige (Gummibaum, Ficus benjamini, alle Feigenbaumarten)
Hier kommt es stark auf die Art und das betroffene Tier an. Der Milchsaft kann z.B. Krämpfe, Erbrechen und Lähmungen auslösen.
Bei Kaninchen können 3-4 Blätter bereits zum Tod führen.

8. Christusdorn
Der enthaltene Milchsaft wirkt lokal begrenzt stark reizend, löst Rötungen aus und kann bei Augenkontakt zu einer vorübergehenden Blindheit führen.

9. Dieffenbachie (Schweigrohr)
Sehr stark giftig. Auch darin sind sog. Schießzellen enthalten, die neben Proteolytische Enzymen und Cyanogenen Glykosiden sofort oder innerhalb von 2 Stunden zu schwerem Kalziummangel, Erbrechen, Schluckbeschwerden (Larynxödem), Blasenbildung, Atembeschwerden, blutigem Durchfall, Herzrythmusstörungen, Nekrosen, Koliken, starker körperlicher Schwäche und auch zu Augenverletzungen (Pflanzensaft) führen kann.
Die Dosis beim Hund liegt bei: 1g pro kg Körpergewicht.

10. Efeu
Durch die enthaltenen Saponine, Falcarinol, Didehydrofalcarinol und Sesquiterpene können lokal (z.B. an der Schnauze beim Schnüffeln) starke Schwellungen und Rötungen auftreten. Aber auch starke Erregung, Zittern, Durchfall, Erbrechend und Lähmungserscheinungen können auftreten.

11. Flammendes Kätchen
Zuchtformen dieser Pflanze sind teilweise ungiftig, teilweise giftig - als giftig gelten vor allem die wilden Arten.
Bufadienolide (Daigremontianin), Cotyledontoxin sind die wichtigsten Wirkstoffe, welche bei der Katze Atemprobleme, Lähmungen und schwere Muskelkrämpfe (sog. Konvulsionen) auslösen können. Bei Kaninchen kann es zu Atemproblemen und Koordinationsschwierigkeiten kommen.

12. Korallenbäumchen (Korallenkirsche)
Durch die Stoffe Solanocapsin und diverse Alkaloide kann es zu Erbrechen, Durchfall und Koliken kommen.
Beim Kaninchen beläuft sich die Dosis auf 20-30 mg pro kg Körpergewicht.

13. Palmfarn
Enthaltenes Glycosid Cycasin, welches die Darmflora in pseudocyanogenes Glycosid umwandelt, dazu Aminosäuren und ein noch unbekanntes Toxin.
Das pseudocyanogene Glycosid führt zu Störungen des Magen-Darm-Traktes, Leberschäden, außerdem ist es Krebserregend, Mutagen (durch div. Einflüsse hervorgerufene Änderung des Erbgutes und Teratogen (=Fehlbildungen z.B. beim Embryo hervorrufend).
Die Dosis beim Hund wird mit 2 aufgenommenen Samen angegeben.

14. Philodendron Arten
Hauptwirkstoffe sind unlösliche Calciumoxalatkristalle und Oxalsäure. Auftreten kann: Durchfall, Erbrechend, Blutungen im Magen-Darm-Trakt o.a., Atemnot und Schluckbeschwerden.
Bei der Katze im Besonderen: Unruhe, Nervosität, Fieber, Zittern, Krämpfe, Nierenschädigungen und der sogenannte Opisthotonus (Krampf der Streckmuskulatur des Rückens und des Halses, hierbei kommt es zu einer extremen Überstreckung des Kopfes nach hinten und des gesamten Rückens).

15. Ritterstern
(siehe Amaryllis)

16. Wüstenrose
Die Pflanze hat eine ähnliche intensive Giftwirkung wie Roter Fingerhut und ist somit als stark giftige Pflanze eingestuft. Davor sorgen z.B. enthaltene Cardenolide und Hongheline.
Nicht nur für Hunde und Katzen, auch alle Nager und Vögel zeigen Vergiftungserscheinungen, z.B. durch Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Herz-Kreislaufstörungen bis hin zum Tod durch Herzstillstand.

17. Wunderstrauch
Vermutet wird als Wirkstoff sog. Phorbolester, welcher selber nicht krebserregend ist, aber als sogenannter Tumorpromoter gilt, d.h. er beschleunigt das Zellwachstum von Krebsvorläuferzellen. Der Milchsaft der Pflanze führt zu Schleimhautreizungen, Durchfall, Erbrechen und vermehrter Speichelproduktion.

18. Zimmerkalla (Calla)
Calciumoxalatnadeln (Raphide), welche in die Schleimhäute eindringen und zu starkem Brennen und Schädigungen führen. Bei großen Dosen auch Kalziummangel durch die enthaltene Oxalsäure und Schädigung der Nieren durch Kristallbildung.
Auftreten können Blutungen des Magen-Darm-Traktes, des Zahnfleisches u.a., starker Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Atem- und Schluckbeschwerden.

Leider konnten wir nicht alle möglichen giftigen Pflanzen auflisten, wir haben aber hier zwei Links für euch, die euch helfen, eure Pflanzen zuhause oder im Garten mal unter die Lupe zu nehmen:
1. Pflanzen bei denen zwar vermutet wird, dass sie giftig sind, bisher aber noch keine Vergiftung bekannt ist:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?giftdb%2Fpflanzen%2F0216_tox.htm%3Finhalt_c.htm
2. Zwei Seiten mit weiteren Informationen zu giftigen Pflanzen:
http://www.botanikus.de/Botanik3/Tiere/tiere.html
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?giftdb%2Fpflanzen%2F0216_tox.htm%3Finhalt_c.htm (neben diversen Büchern unsere Quelle im Internet)

Denkt daran, von unserem Teil 1 eventuell den Abschnitt über „Was tun bei Vergiftungen?“ und „Woran erkenne ich eine Vergiftung“ durchzulesen.

Wir freuen uns, wenn ihr noch weitere Pflanzen kennt und uns diese in den Kommentaren nennt, vielleicht können wir so eine kleine Datenbank aufbauen  - Vielen Dank!

Quelle: https://www.facebook.com/Tiernotdienst/posts/627375123990629


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