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Meldung für alle MDR1-Hund Besitzer

Tiersanka Infothek

Rubrik Krankheiten

geschrieben durch

(26/02/2010 - 20:05:21)

Quelle: www.tiersanka.de

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Die Projektgruppe MDR1-Defekt bei Hunden führt bittet um Meldung unerwünschter Arzneimittelwirkungen und
Narkosezwischenfälle bei Hunden durch die Hundebesitzer oder durch Tierärzte.

Die Daten werden vertraulich behandelt und nur für die wissenschaftliche Datendokumentation gespeichert.

http://www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt/vigi_sys/vigi_dat_einsender.php

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MDR-1 Gen Defekt und Ivermectin Vergiftungen:

geschrieben durch Admin (25/11/2013 - 22:44:31)

Bei den Hunderassen Collie, Australian Shepherd, Shetland Sheepdog, Weißer Schweizer Schäferhund, Bobtail, Wäller, Border Collie, Longhaired Whippet, Silken Windhound, MacNab, English Shepherd und Australian Cattle Dog ist ein Gendefekt weit verbreitet, der zu einem vermehrten Übertritt von Arzneistoffen in das zentrale Nervensystem führt. Bei der Anwendung von Arzneistoffen wie Ivermectin, Doramectin, Moxidectin und Loperamid kommt es zu Vergiftungen, die bereits zum Tod betroffener Hunde geführt haben. Da der dringende Verdacht besteht, dass dieser Gendefekt die sichere Anwendung einer Vielzahl weiterer Arzneistoffe einschränkt, ist eine vorbeugende Diagnose jedes einzelnen Hundes anzuraten. Dafür steht ein genetischer Test zur Verfügung, mit dem die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Geyer am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen Britische Hunde der oben genannten Rassen sowie im Verdachtsfall auch andere Hunderassen untersucht. Die Gießener Arbeitsgruppe hat im europäischen Raum eine führende Position in der Diagnostik dieses Gendefektes beim Hund.


Die Aufklärung der rassespezifischen Ivermectin-Überempfindlichkeit gelang erst auf Umwegen, als eine Knockout-Maus generiert wurde, bei welcher gezielt das sog. mdr1a-Gen ausgeschaltet wurde. Im Verlauf einer Milbenbehandlung des Mausbestandes mit Ivermectin kam es bei den mdr1a-/- Knockout-Mäusen, nicht jedoch bei den heterozygoten (mdr1a+/-) und den Wildtyp-Tieren (mdr1a+/+), zu zahlreichen Todesfällen. Im Gehirn der mdr1a-/- Knockout-Mäuse wurde dabei eine 87-fach höhere Ivermectin-Konzentration im Vergleich zu den mdr1a+/+ Mäusen gefunden. Da auch bei einem an einer Ivermectin-Vergiftung verstorbenen Collie eine starke Anreicherung von Ivermectin im Gehirn nachgewiesen wurde, lag die Vermutung nahe, dass Collies (entsprechend der mdr1a-Knockout Maus) eine Mutation im MDR1-Gen haben müßten. Damit begann in der Veterinärmedizin eine intensive Suche nach einem Defekt im MDR1-Gen des Collies.



Genetischer Test auf Vorliegen einer MDR1 Mutation:
Der genetische Test auf Vorliegen einer nt230(del4) MDR1-Mutation wird durch die TransMIT GmbH, Projektbereich Pharmakogenetische Diagnostik (PGvet) am Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt. Der Test bietet Tierärzten, Züchtern und Hundebesitzern eine sichere und einfache Gelegenheit, Ivermectin-sensitive Hunde zu identifizieren. Der Test kann bei allen Hunderassen ohne Altersbeschränkung, nicht jedoch bei anderen Klein- und Großtieren, durchgeführt werden.

Für die Untersuchung wird 1 ml EDTA-Vollblut benötigt, welches von einem Tierarzt abgenommen werden muss. Schicken Sie die Blutprobe in einem gepolsterten Briefumschlag an folgende Adresse:

An die TransMIT GmbH
am Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Labor 636
Frankfurter Str. 107
35392 Gießen

Vermerken Sie in einem Begleitschreiben Ihren Namen und Ihre Anschrift sowie Rufname, Zwingername, Zuchtbuchnummer, Alter, Rasse und Geschlecht Ihres Hundes.


Die Kosten für den Test belaufen sich auf 86,00 Euro (19% MwSt. inklusive). Rechnung und Testergebnis werden nach Wunsch an den Hundebesitzer oder den Tierarzt geschickt. In der Regel erhalten sie das Testergebnis innerhalb von 14 Tagen.

Telefonische Rückfragen zu Probeneingang und Probenbearbeitung sind nur dienstags und donnerstags möglich unter: +49 641 9938411 (Regina Leidolf).
Wissenschaftliche Beratung: +49 641 9938404 (Prof. Dr. Joachim Geyer).

Bei Vergiftungserscheinungen bei MDR1 defekten Hunden nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit der Universität Giessen auf!

Telefonzentrale der Universität:  0641- 99- 0 (24 Stunden/Tag)

Annahme von Notfällen in den Veterinärkliniken:
Klinik/Institut: 8.00 Uhr - 16.00 Uhr  16.00 Uhr - 8.00 Uhr  
Klinik für Kleintiere:  
Innere Medizin 0641-99-38666
0160-94605082 0641-99-38666
0160-94605082  
Chirurgie 0641-99-38666
0175-2973717  0641-99-38666
0175-2973717  
Quellen: wikipedia.de, Universität Giessen
Stand: 24.09.2009