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Magendrehung - wie kommts und was tun?
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Magendrehung - wie kommts und was tun?

Krankheiten: 13/09/2013 - 01:20:04 durch

Krankheiten Die Magendrehung ist wohl eine der gefürchtetsten Erkrankungen beim Hund und im selben Maße gibt es ebensoviele Mythen darum.

Hier möchte ich versuchen, zu erklären, wie eine Magendrehung entsteht, was passiert und welche Maßnahmen man vorsorglich treffen kann.

Leider gibt es immer noch keine 100%igen Erkenntnisse, wie die Magendrehung genau entsteht. Bereits vor einigen Jahren fand ich einen Artikel über einen Mediziner, welcher der festen Überzeugung war, dass eine Magendrehung eine genetische Komponente hat, soweit ich mich erinnere, wurde dies damals als "unwahrscheinlich" abgetan.
Leider erinnere ich mich aber nicht mehr an den Namen, doch mittlerweile gibt es mehrere Wissenschaftler, die ebenjene These für richtig halten.

Womit wir bei unserer 1. Frage wären: Wie entsteht eine Magendrehung?

Vermutet werden verschiedene Faktoren, welche eine Drehung auslösen.
Hier unterscheidet man auch zwischen einer spontanen Rückdrehung, einer 180 bis 360 Grad Drehung und jedweder Zwischenform oder Richtung, einmal die Links- oder die Rechtsdrehung (je nachdem, zu welcher Seite der Magen sich dreht).

Im allgemeinen sagt man: Eine Magendrehung passiert, wenn der Hund nach dem Fressen tobt und sich viel bewegt.

Die Aussage ist nicht die ganze Wahrheit.
Faktoren für eine Drehung sind z.B. einzeln auftretend oder teils auch mehrere, die zusammenspielen:

- Stress, d.h. stressanfällige Hunde erleiden nach einigen Angaben häufiger eine Magendrehung als "stabile" Tiere
- Gärendes Futter/Futterreste
- Hastiges Fressen/Schlingen
- Große Futtermengen
- Bewegung in jedweder Form, d.h. nach dem Fressen z.B. Wälzen oder auf den Rücken drehen des Hundes z.B. beim Schlafen, auch Toben, körperliche Anstrengung etc.
- Hastiges Trinken oder auch allgemein "Luftschlucken" - somit Gas im Magen
- Körpergröße: Es wird gesagt, dass Hunde unter 20kg keine Magendrehung bekommen, vor allem Riesenrassen oder große Rassen dafür aber stark anfällig sind
- Bestimmte Rassen sind stärker betroffen, als andere, z.B. Deutsche Dogge, Boxer, Bernhardiner, Schäferhunde, Afghanen, Barsois, Irish Wolfhound etc. etc.
- Körperbau: Hunde mit schmalen und hohem Brustkorb haben wohl ein höheres Risiko
- Auch ein LEERER Magen kann zu einer Drehung führen, der Magen muss nicht zwingend gefüllt sein
- Magendrehungen treten häufiger im Sommer auf, was sich teils durch das hastige Trinken bei großer Hitze erklären lässt
- Ein schwaches Bindegewebe begünstigt wohl eine Magendrehung

Was passiert bei einer Drehung?

Wahrscheinlich ist, dass sich der Magen zuerst ausdehnt, wohl bedingt durch die Aufgasung (in Amerika gibt es z.B. erste Hilfe Sets speziell für die Magendrehung, die ein Präparat "Gas X" oder "Gas Away" enthalten, vergleichbar mit unserem "Sab Simplex", welches in einem solchen Fall die Aufgasung rückgängig machen oder aufhalten soll, um so eine danach folgende Drehung zu verhindern - BITTE sprecht dies aber vor einer Anwendung UNBEDINGT mit dem Tierarzt eures Vertrauens ab!!! Da diese Form für einen "Laien" nur schwer von der "normalen" Drehung zu unterscheiden ist und hier die Zeit eine wichtige Rolle spielt, lieber SOFORT zum Tierarzt und nicht selber etwas probieren), danach erst folgt die eigentliche Drehung, nach links oder rechts in allen möglichen Stadien.
Hier dreht sich der Magen um die eigene Längsachse.
Magenein-und ausgänge werden abgeschnürt, teils kommt es dadurch zu Nekrosen (Gewebe stirbt ab).
Ebenso führt die Drehung zur Abschnürung der großen Blutgefässen, was einen Blutfluss verhindert, ein Kreislaufkollaps ist die Folge - dazu kommen noch durch die Aufgasung des Magens bedingt, weitere abgedrückte Organe, was zu Atembeschwerden und teils auch Herzrythmusstörungen führen kann.

Wie erkenne ich eine Drehung?
Im Allgemeinen gibt es einige typische Anzeichen, die akut (sofort) oder auch erst später auftreten können:

(der Hund kann noch erbrechen, gast aber trotzdem auf (Blähbauch) - möglicherweise Vorstufe zur Drehung)

- der Hund würgt und versucht zu erbrechen, dies ist aber nicht möglich
- Gebetshaltung des Hundes, d.h. Vorderpfoten nach unten auf den Boden, Po in der Höhe (ähnlich der Spielaufforderung)
- der Bauch gast auf und bläht sich deutlich!
- leichtes Klopfen auf den Bauch klingt wie eine Trommel
- der Hund hat Schmerzen, ist unruhig, wimmert, winselt, jault, schreit, ist apathisch, läuft viel, läuft gar nicht mehr, kann nicht mehr stehen (je nach Schwere)
- Bei Kreislaufkollaps: Schleimhäute weiß/sehr hell, Hund apathisch, nicht ansprechbar, atmet schwer, zittern der Gliedmaßen möglich
- Atemprobleme

Wichtig und auch unbedingt notwendig ist ein Tierarztbesuch und zwar so schnell wie irgendmöglich!
Fragt euren Tierarzt nach erste Hilfe Leistungen, die ihr anwenden könnt und sprecht mit ihm ab, ob ihr ihn oder einen Kollegen im Notfall erreichen könnt.

Wenn ihr zu panisch seid, bittet Mann/Frau/Freundin/Kinder etc., euch zu fahren und zu helfen. Fahrt ruhig, auch wenn es schwer fällt - ein Unfall hilft niemandem!
Bleibt bei eurem Hund, legt gleich Leine/Halsband an (KEIN Geschirr, es könnte einschnüren!), um ihn sicher zu halten - ein Hund, der starke Schmerzen hat, kann unberechbar reagieren, auch gegenüber dem eigenen Besitzer, bekommt also keine Panik. Bei Atemproblemen kann ein Maulkorb die Atmung noch mehr behindern, dies ist aber stark von Hund/Symptomen abhängig und sollte situationsbedingt entschieden werden, im Zweifel geht die Sicherung des Menschen vor.
Ein verletzter Besitzer ist - so grob das vielleicht klingt - keine "Hilfe" und schlicht gesagt: Es muss einfach nicht sein.

Trotz aller Vermutungen, die bestehen, gibt es aufgrund der aufgetretenen Fälle eine Art "Maßnahmenkatalog":

- Kleine Mengen mehrmals täglich füttern z.B. 3x täglich
- Tischreste zum Futter zugegeben sollen angeblich einer Drehung entgegen wirken
- Nach dem Fressen Ruhepause einlegen
- Hastiges Trinken/Fressen vermeiden
- auf genetischen Hintergrund achten - gab es in der Zuchtlinie/Familie bereits Magendrehungen?
- Stress, soweit möglich, vermeiden

Generell ist es gut, wenn ihr mit dem Tierarzt eures Vertrauens ein Notfallszenario durchgeht und euch beraten lasst, was ihr tun könnt, wo ihr anrufen sollt etc., vor allem, wenn man Hunde mit einer Neigung zu einer Magendrehung hat.
Es gibt online viele Tipps und Tricks, was im Notfall zu tun ist - sichert euch lieber bei eurem Tierarzt (oder vielleicht auch einem Spezialisten für Magendrehungen) ab und "doktort" nicht auf eigene Faust herum, denn bei einer Magendrehung zählt im Notfall jede Minute.

Noch ein Mythos:
Mit einer Magendrehung muss ein Hund nicht zwingend sterben, je nach Schwere/Zustand des Hundes, Schnelle der Behandlung und anderer Faktoren, können die Heilungschancen auch relativ gut stehen.
Bei einer Operation wird heute oft der Magen an der Bauchdecke fixiert, um eine erneute Drehung zu verhindern, da Hunde mit einer Drehung verstärkt dazu neigen, häufig weitere Magendrehungen zu erleiden.

Hier noch ein recht guter Link mit viel Bildmaterial:

http://doggen-deltoro.de/Magendrehung.htm

Wenn jemand weitere Erfahrungswerte hat, kontaktiert mich gerne oder antwortet hier. Danke!


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